Weihnachten 2018

Liebe Kunden und Freunde des Terrenhofes,

Wie in jedem Jahr möchten wir zum Jahresende einen Überblick über das vergangene Jahr geben.
Normalerweise weisen wir an dieser Stelle auf die Wetterextreme des abgelaufenen Jahres hin. Ich denke, in diesem Jahr brauchen wir das nicht besonders hervor zu heben, Sie alle werden durch die Nachrichten in diesem Sommer mitbekommen haben, wie schwierig die Lage für die Landwirte war. Als Landwirt oder Gärtner wird man sich darauf einstellen müssen, dass die Extreme bleiben werden. Wir werden Veränderungen an der Fruchtfolge vornehmen und auch die Möglichkeiten einer Bewässerung ins Auge fassen müssen. Der Schädlingsdruck nimmt von Jahr zu Jahr zu, bedingt durch die Veränderung des Klimas, aber auch, da die Anzahl der nützlichen Insekten sowie auch der Vögel doch merkbar zurück geht. Wir hoffen, dass die Menschen sich dieser Veränderungen bewusst sind und rechtzeitig reagieren.
Bedingt durch die Trockenheit des Sommers hatten wir insbesondere bei den Kohlgemüsen deutliche Ertragseinbußen. Als Kunden haben Sie bemerkt, wie wenig Broccoli, Wirsing, Blumenkohl, Weiß- und Rotkohl aus eigenem Anbau wir in diesem Jahr anbieten konnten. Kartoffeln und Möhren, Salate sowie Rote Bete, erstmals auch Fenchel kamen besser mit dem Wassermangel zurecht. Es gab zwar keine Spitzenerträge, aber insgesamt konnten wir mit diesen Kulturen wie auch mit dem Getreide nicht ganz unzufrieden sein. Bedingt durch das nasse Frühjahr hatten wir auch einen sehr guten ersten Futterschnitt. Auch der zweite Schnitt war nicht ganz schlecht, so dass wir futtermäßig im Gegensatz zu vielen Kollegen für den Winter gut gerüstet sind. Eigentlich war der Plan, durch einen geringeren Viehbesatz einige Heuballen für schwierige Jahre in Reserve zu legen. Das war dann nicht möglich, da wir wegen der Trockenheit bereits ab September Winterfutter auf der Weide beifüttern mussten.
Einer der Höhepunkte des Jahres war der Vortrag des niederländischen Gemüsezüchters René Groenen, der auf unsere Einladung in der Bischöflichen Schule St. Vith über die Zucht und Vermehrung der Gemüsesorten referierte. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, alte Sorten zu erhalten respektive züchterisch zu verbessern, um die Vielfalt und Widerstandsfähigkeit im Gemüsebau zu bewahren. Gerade alte, vergessene Sorten können unter Umständen die Möglichkeit bieten, in dem sich ändernden Klima angepasste Sorten zu entwickeln. Zur Zeit wird ein Großteil des Gemüsesaatgutes durch wenige internationale Konzerne vertrieben. Durch die Verwendung von Hybridsaatgut, das in einem aufwendigen Verfahren durch die Kreuzung verschiedener Inzuchtlinien entwickelt wird und nicht weiter vermehrbar ist, bleibt die Kontrolle über Sorten und Saatgut in den Händen dieser Firmen. Als Gegenbild stellte René Groenen die Arbeit der Stiftung Kultursaat und der Firma Bingenheimer Saatgut vor. Hier werden in einem Verbund von mehr als 30 Züchtern und über 100 Vermehrungsbetrieben samenfeste, d.h. weiter vermehrbare Sorten entwickelt. Es ist uns ein Anliegen, diese Arbeit zu unterstützen, weshalb wir auch bei uns im Geschäft das Saatgut dieser Initiative anbieten.
Auch auf unseren Getreide-Äckern findet man hofeigene Sorten, die wir schon seit 1989 selber auf dem Hof nachbauen. Diese Sorten der Getreidearten Dinkel und Roggen haben sich an unsere Böden und unser Klima angepasst, dass sie den zugekauften Sorten, die wir zwischendurch immer wieder ausprobiert haben, doch eigentlich immer überlegen waren. Die eigenen Sorten überstehen unsere oft sehr kalten Winter ohne Schaden, überleben auch einmal Trockenzeiten oder übermäßige Nässe. Sie bringen Jahr für Jahr zwar keine Spitzenerträge, jedoch solide Mengen guter Qualität.
Ähnliches gilt für unsere Rinder. Hier arbeiten wir mit der alten Rasse des Glanviehs, die bis vor ca. 60 Jahren noch stark in Eifel und Hunsrück vertreten war, doch später durch leistungsstärkere Rassen verdrängt wurde. Diese Rasse zeichnet sich durch ihre Robustheit und Gesundheit aus. Gerade in der heutigen Zeit, wo Kühe vor allem auf Leistungsstärke gezüchtet werden und oft mit Leistung steigernden Futtermitteln wie Getreide oder Soja gefüttert werden, bietet sich das Glanrind als vorzüglicher Verwerter vor Ort vorkommender Futtermittel wie Gras und Heu in der Mutter-kuhhaltung als Alternative an. Unsere genügsamen Ochsen wachsen auf ihrem Weidefutter zwar langsamer als die mit Intensivfuttermitteln gemästeten Bullen, doch das Fleisch hat eine gute Qualität und die Tiere haben die Möglichkeit, sich drei Sommer lang auf der Weide frei zu bewegen und zu grasen. In der Zukunft kann es bedeutsam sein, mit anpassungsfähigen Gemüse und Getreidesorten als auch Viehrassen arbeiten zu können, um den sich wandelnden Umweltbedingungen gerecht werden zu können.
An dieser Stelle möchten wir all unseren treuen Kunden und unseren Helfern im Jahreslauf, beim Jäten, beim Pflanzen oder bei der Ernte für ihre Unterstützung danken und hoffen auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir wünschen Ihnen ein frohes Fest und ein gesegnetes Jahr 2019.

Ihr Terrenhof Team

Der Laden bleibt in diesem Jahr vom 23. Dezember bis zum 2. Januar 2019 inklusive geschlossen. Am Donnerstag, dem 3. Januar 2019 sind wir wieder für Sie da.